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Kolumne | 14.07.2026
Vergeblichkeit
Karl Marx und die Bibel, Tucholsky und Brecht, Hesse, Hemingway und Christa Wolf: Kleiner wird es nicht, wenn es um den Sinn des Lebens geht.
Text: Hans der Kleingärtner
 
 

Wenn jemand von sich weiß, dass er keinen grünen Daumen hat, ist es vergeblich, ihm was zum Einpflanzen zu schenken. Dass ich einen grünen Daumen hätte, würde ich nie sagen. Aber stets hat mich die Demut, dass mein Garten nicht selbstverständlich ist. Gehe ich mal am Stock, wächst er mir über ‘n Kopp. Leute werden kommen und meine Weinstöcke umhauen. Wo heute Garten, war früher Urmeer. In der Eiszeit war über meinem Garten ein kilometerhoher Eispanzer. Es fällt mir nicht schwer, mir meinen Garten als Wüste vorzustellen. Beim Weltwunder der hängenden Gärten der Semiramis in Babylon weiß man nicht mal mehr, wie bewässert wurde. Alles vergeblich?

Vergeblichkeit ist keine Schande, denke ich mir. Man sollte Vergeblichkeit als was wesentlich Menschliches anheimstellen. Nichts Menschliches sei uns fremd.

Vergeblich abmühen

Meine Eltern. Wollten. Dass ich dereinst in paradiesischen Zeiten ankomme. Dazu sollte ich zunächst so denken, wie sie dachten, dass sie dachten. Sie haben gemacht und getan. Es war vergeblich. Ich dachte nicht daran. Ich wurde geradewegs und genau so der, vor dem sie mich gewarnt hatten.

Beruf. Meine taffe Meisterin arbeitete in gehobener Position. Bei ihr war ich sieben Jahre nach dem Studium Geselle. Sie vollendete mich als junges Gemüse. Denn davon wusste sie, was man nur wissen kann. Von ihr lernte ich komplizierte Fälle lösen. Sie arbeitete unermüdlich und schrubbte einen Fall nach dem anderen. Das nannte sie Sand-aus-dem-Getriebe-Nehmen. Dann saß sie nach Jahren emsiger Tätigkeit da und sagte zu mir: Wissen Sie, eigentlich müsste ja unsere Arbeit mal abnehmen, aber sie wird immer mehr. Sie hatte einen gut gehüteten, raumfüllenden Wissensbestand von Fallanalysen erzeugt, der nach ihrem Abgang geschreddert wurde.

Mein Freund macht seit bald 50 Jahren Kunst. Gegen Krieg und Militarismus. Damit bombardiert er jeden, der ihm ins Schussfeld kommt. Dass es immer mehr Krieg und Tod wird, bekommt er irgendwie mit. Und hängt dann noch eine Nachtschicht für eine der immer gleichen Gestaltungen ran. Um auch dem letzten Friedensliebe beizubiegen. Dazu bringt er massenhaft sichtlich böse Menschen aufs Blatt, die seinen Frieden stören.

Halten wir schon mal fest: Der Weg in die Vergeblichkeit ist mit guten Vorsätzen gepflastert. Bei diesen hehren Glaubensbeständen von Überwertigkeit sind, feststellbar, Medien als Träger des Gedankens hinterlegt. Bücher, Zeitungen, Archive, Bilder. Als vergeblich zu bestaunen ist also nicht nur die Hybris der Handelnden, sondern auch deren Hinterlegtsein in Datenträgern. Der gegen Vergeblichkeit des Bewahrens robusteste Datenträger ist die Tontafel mit Keilschrift.

Bildbeschreibung Tontäfelchen, Museum Tübingen. Medial finde ich Tontäfelchen mit Keilschrift in dem Sinne nicht so dolle vergeblich wie das sonstige Mediale, an dem wir uns hochziehen. Mit dem wir unsere Zeit totschlagen. Keilschrifttäfelchen lagen letztlich zwar auch nur im Sand der Wüste, aber sie haben als Botschaften über die Zeit bestanden.

Vergeblichkeit benennen

„Vergeblichkeit“ bezeichnet bei mir eine bedenkenswerte Daseinsweise vom Sinn des Lebens. Sie meint ein Bewusstsein, ein Innewerden über den Unfug der Erpichtheit. Das Für-voll- Nehmen von Vergeblichkeit ist kein platter Defätismus. Es widerspricht dem Gehabe eines Satzes wie: „Ich kann ja doch nichts machen“. Oder „Hülft ja allet nüscht.“ Wohl verstandene Vergeblichkeit macht Kopf und Hände frei, sage ich. Bei bemerkter Vergeblichkeit wird mit dem Einschätzen eines langzeitigen tätigen Strebens über dessen Nichtigkeit oder Erfüllung befunden. Der an den Tag gelegte Eifer eines oder mehrerer Menschen wird untersuchbar. „Vergeblichkeit“ befragt den Akteur wegen seiner auf eine Zukunft gerichteten, erpichten Absicht. Wie es im Faust I heißt, irrt der Mensch, solang er strebt. „Vergeblichkeit“ ist mir eine anthropologische Hypothese. Sie ist religiös und philosophisch in der Kultur angelegt. Lawrence Peter hat mit seinem Peterprinzip soziologisch zeigen können, dass Vergeblichkeit (im Sinne von mit der Zeit zunehmender Inkompetenz) in hierarchischen Systemen notwendig hervorgebracht wird. Das Ansprechen von Vergeblichkeit stört oft.

Ich werde mir meiner selbst gewahr, denke ich an Vergeblichkeiten in einem Leben. Das Erkennen von Vergeblichkeit bedeutet mir: niemandem zur Nachahmung empfohlen. Und es ist emotional unterlegt mit einem nagenden Gefühl wie Reue oder Scham.

Skatbrüder sind wir, die den Marx gelesen. / Wir sind noch nie so weit entfernt gewesen … (Kurt Tucholsky)

Bildbeschreibung Berlin, Marx-Engels-Forum. Ich war beim Umzug vor Ort.

Schön und gut geschrieben ist der Vorsatz aus dem Kommunistischen Manifest: „Die Geschichte aller bisherigen Gesellschaft ist die Geschichte von Klassenkämpfen.“ Wer´s glaubt, wird selig. Wer nicht, muss dran glauben. Der seherisch-geschichtsblinde Satz von Marx und Engels hat das Zeug zum Totschlagsargument. Mir ist diese strangulierende Geschichtsvorgabe, das nicht zu sehen, was man nicht sehen will, ein Paradebeispiel für Vergeblichkeit. Jedwede Gesellschaft als Klassengesellschaft gesetzt, nahmen wir Marxisten die Revolution in den Blick und verloren uns und jedweden Menschen aus den Augen. Folgte man der schön und gut geschriebenen Idee des Klassenkampfes als dem gottgleich Herrlichen und befeuerte die Revolution als Lokomotive durch die Geschichte (so angelegt bei Marx in Klassenkämpfe in Frankreich), waren mit den Klassen massenhaft Menschen zu beseitigen.

Und so gilt einigen der Marxismus als vergeblich. Andere können davon nicht genug bekommen. Wer nicht mitmacht, gehört nicht dazu. Wer den kommunistisch Klassenbewussten mit Vergeblichkeit kommt, ist ein Versager. Wer die angeblich klassenabschaffende Umstürzerei nicht möchte, gilt als Defätist. Und gehört weg. Wie, schon gehabt, an die Wand gestellt. Wie Deserteure bei Hitlers Endsieg. Lenin, Stalin, Mao und Pol Pot hatten sich so ins Zeug gelegt, die Ideen von Marx und Engels richtig praktisch umzusetzen. Die ganze kommunistische Weltbewegung ließ es nicht an Mühe missen. Und nun? Ein Paradebeispiel für unglaubliche Vergeblichkeit. Ja, ich lächele milde ins Kommunistische Manifest von 1848 hinein, in dem Marx und Engels zunächst bescheiden sich ausnehmende Maßregeln den Proletariern und Kommunisten anempfahlen. Wie zum Beispiel „starke Progressiv-Steuer“. Und „Abschaffung des Erbrechts“. Nix von diesem weltstürzenden Wünschdirwas verwirklicht und bewahrheitet in 178 Jahren. Na ja. Die zum Zwecke des Zwecks gedachte Klasse der Arbeiter hatte es so ja auch gar nicht gegeben.

Es wechseln die Zeiten. Die riesigen Pläne / Der Mächtigen kommen am Ende zum Halt. / Und gehen sie einher auch wie blutige Hähne / Es wechseln die Zeiten, da hilft kein' Gewalt. (Bertolt Brecht)

Und so ist für mich die mitlaufende Frage zur Vergeblichkeit, wie viel Gewalt man in seinem Treiben gegen sich und andere in Kauf zu nehmen bereit ist.

Aber gut geschrieben und gut lesbar ist das Manifest allemal. Insofern ist dieser Fall von Vergeblichkeit zwar tragisch, schafft aber Platz für Demut bei künftig vorgetragenen Weltverbesserungsideen. Nein, mein Begriff von Vergeblichkeit soll ein positiver sein. Keine Neigung zum Aufgeben. Sondern ein Gewahrwerden dessen, was ist.

Und: Das mit dem „Sieg der Arbeiterklasse im Weltmaßstab“ war hier nur ein Beispiel. Ein Beispiel für tatkräftiges Anhimmeln. Vielleicht ist es ja so, dass in jeder nachdenklichen Menschenseele ein Bezug zu einer längst zurückliegenden Lieblingszeit herrscht. Freunde von mir verherrlichen tüchtig die DDR. Oder das Kaiserreich von 1871, oder Hogwarts, oder die Räterepublik 1918, völlig wurst. Mein Vater unterstützte das Anti-Eiszeit-Komitee. Ich hingegen bin voller Ehrfurcht gegenüber den Menschen der Eiszeit. Was haben die alles in ihren Höhlen gekonnt.

Der bürgerliche Roman in Europa hob an mit einer Titelgestalt, die intensiv eine untergegangene Zeit lebt. Der Held der Geschichte staffiert sich so aus wie seine Lieblingszeit, setzt sich auf ein klappriges Pferd und geht so in die Geschichte ein als Ritter von der traurigen Gestalt.

Bildbeschreibung Hier habe ich Picassos Don Quichote mal als Schattenwurf nachempfunden.

Kulturelle Wertanlage

Mein Auffassen von Vergeblichkeit finde ich bei Herrmann Hesse angelegt: Statt sich anständig auf eine der vielen Seiten im Zweiten Weltkrieg zu schlagen, verfasste Hesse mit seinem Glasperlenspiel die Vorstellung einer weltabgewandten Akademie. Einer der Kultur und nur der Kultur verpflichtete Einrichtung. Einer Akademie des Zwecklosen, wie ich das sehe. Dann lässt er seinen Protagonisten letztlich auch einfach nur untergehen … In dem Moment, wo ich in meinem Leben aufhörte zu eifern, orientierte ich mich an der schönen Zwecklosigkeit des Glasperlenspiels. Um unbesehener Vergeblichkeit auszuweichen.

Ganz unvorbereitet war ich dafür nicht. Angeklungen war das bei mir in großer Literatur schon mal so:

Es war ein alter Mann, der in einem kleinen Boot allein im Golfstrom fischte … Das Segel war mit Mehlsäcken geflickt, und zusammengerollt sah es wie die Fahne der endgültigen Niederlage aus.

Der alte Mann und das Meer. Ernest Hemingway, Berlin 1962, Seite 5. Und den Engel der Vergeblichkeit hat mir Christa Wolf in die Diskussion zum Ende der DDR eingeführt mit Kassandra. Damals verstand ich auch noch die Ästhetik des Widerstands von Peter Weiß als Ansage der Vergeblichkeit. Den Unterlegenen im Kampf gegen Hitler fällt zum Ende nichts weiter ein, als einen Bund für Kultur zu gründen. Das Begreifen von Vergeblichkeit war mir kulturell nahegebracht. In Kulturtradition aufgehoben. Wenn man es so sehen möchte.

Von Gott und allen guten Geistern

Kommen Sie, schauen Sie! Ich führe Sie zur gedanklichen Vertiefung unseres Themas Vergeblichkeit in eine Vision von Pieter Breughel. In die Mitte des 16. Jahrhunderts. Niederlande. Am Vorabend des Achtzigjährigen Krieges. Ketzerverfolgungen leiten einen totalen Krieg ein, der erst mit dem Westfälischen Frieden sowas wie einen Abschluss finden wird. Im Zentrum des Bildes tobt sich eine Frau aus. Die tolle Grete.

Bildbeschreibung Ausschnitt mit Horizont aus „Die tolle Grete“, Pieter Breughel der Ältere, 1562. Hier in guter Auflösung. Hinter dem Horizont brennt es bereits. Wagemutige halten Ausschau. Man sieht Häuser einstürzen. Am Himmel fliegt Unheimliches. Aber auch so ist die Landschaft voller Unfug und waffenstarrend. Unsere Hauptperson ist im oberen Bildausschnitt unten links bereits zu sehen.

Bildbeschreibung

Die tolle Grete stiebt durchs Bild einer verrücktgewordenen Welt. Eine zahnlose Furie. Mit Schwert, Brustpanzer, Blechhelm und Eisenhandschuh ist sie gewappnet. Ein Schmuckkästchen, Altargeschirr und eine unkaputtbare Bratpfanne gehören zu ihrem mitgeschleppten Klimbim. In fürchterlicher Landschaft macht sie eine fürchterliche Figur. Erfüllt aber schon mal die Frauenquote. Ein Gedanke wie „Sammelt euch aber Schätze im Himmel, wo sie weder Motten noch der Rost fressen und wo Diebe nicht einbrechen und stehlen. Denn wo dein Schatz ist, da ist auch dein Herz.“ (Bibel, Mt 5, 20, 21) hat in der tollen Grete Dasein beileibe keinen Platz. Sie ist dagegen gepanzert. Sie hat auch keinen Bezug zu ihrem Herzen. Die tolle Grete hat die Zukunft vor Augen. Man kann sie nicht aufhalten und will ihr auch nicht in den Weg kommen. Sie rennt. So spitz und scharf ihr Schwert auch ist, so viel Geplündertes sie mitschleppt, es kann nichts werden. Toll.

Ja, mitunter sehe ich Menschen, die wie die tolle Grete durchs Bild laufen. Als wären sie nicht bei Troste. Sie reden vom letzten Gefecht, von feministischer Außenpolitik, vom Endsieg, von der Deadline oder dem Herbst der Reformen und dem Siegesplan.

Schauen wir unseren Staat an, so spitz und scharf sein Schwert auch ist, so viel Geplündertes an Steuern und Sozialleistung er fortschleppt, um kriegstüchtig zu erscheinen – es wird nicht reichen. Weil er von Gott und allen guten Geistern verlassen ist. Das bestätigt ihm jede Umfrage. Auch toll.

[Wie kann ich das zwingend Folgende ohne Frömmeln abhandeln??] Und ich denke, die sind von Gott und allen guten Geistern verlassen. Oder bin ich es auch selbst? Rennend und behängt mit Zeugs? Ja, ich merke, wenn Gott sich von mir abwendet oder wenn der Engel des Herrn fort von mir ist. Ich glaube zwar nicht an Gott, ich lasse ihn aber gerne für mich arbeiten. Ich erlaube mir nicht, an ihn zu glauben, aber das passt schon.

Religiös motiviertes Anrufen von Vergeblichkeit

Bildbeschreibung Mühlrad bei Strausberg. Hoch und runter, auf und ab, immer im Kreis, jegliches hat seine Zeit. Bibel, Prediger 3, klare Sache.

Schweigen hat seine Zeit, reden hat seine Zeit; lieben hat seine Zeit, hassen hat seine Zeit; Streit hat seine Zeit, Friede hat seine Zeit. War´s das?

Für unser Thema geht es in dem Gesang Pr 3 dann aber erst richtig los:

Man mühe sich ab, wie man will, so hat man keinen Gewinn davon. Ich sah die Arbeit, die Gott den Menschen gegeben hat, dass sie sich damit plagen. Er hat alles schön gemacht zu seiner Zeit, auch hat er die Ewigkeit in ihr Herz gelegt; nur dass der Mensch nicht ergründen kann das Werk, das Gott tut, weder Anfang noch Ende. Da merkte ich, dass es nichts Besseres dabei gibt als fröhlich sein und sich gütlich tun in seinem Leben. Denn ein Mensch, der da isst und trinkt und hat guten Mut bei all seinem Mühen, das ist eine Gabe Gottes. Ich merkte, dass alles, was Gott tut, das besteht für ewig; man kann nichts dazutun noch wegtun. (Pr 3, 9–14)

Uff. Einsehen in Vergeblichkeit heißt Gott nahekommen, sage ich. Nicht die Leier, jegliches habe seine Zeit, was ja extra noch stimmt. Aber gern sinnlos dahergeredet wird. Schmackes kommt rein, wenn das Walten Gottes (also Sie wissen schon wer) gedanklich zugelassen wird. So dürfen wir auch Luther verstehen, wenn er seinem Freund Melanchthon ins Stammbuch schreibt:

Denn man dient Gott auch durch Nichtstun, ja durch keine Sache mehr als durch Nichtstun. Deshalb nämlich hat er gewollt, dass vor anderen Dingen der Sabbat so streng gehalten werde.

Ah ja, so wird ein Schuh draus mit der Demut gegenüber Vergeblichkeit. Nichtstun als Gottesdienst. Da wird mein moralischer Begriff von Vergeblichkeit praktikabel.

So fasse ich denn auch die Bergpredigt Matthäus 5 als Aufbröseln von Vergeblichkeit auf. ER sagt wie es geht.

Wer ist aber unter euch, der seiner Länge eine Elle zusetzen möge, ob er gleich darum sorget? Und warum sorget ihr für die Kleidung? Schauet die Lilien auf dem Felde, wie sie wachsen: sie arbeiten nicht, auch spinnen sie nicht. Darum sorget nicht für den andern Morgen; denn der morgende Tag wird für das Seine sorgen. Es ist genug, daß ein jeglicher Tag seine eigene Plage habe.

Und ER ist sich dessen gewiss. „Seid fröhlich und getrost.“ Und ich sage, recht so. Fröhlichsein und Singen. Mehr geht nicht. Mehr muss nicht.

Vergeblichkeit und Freiheit

„Vergeblichkeit“ – steht sie in einem Verhältnis zur „Freiheit“? Wie oft war Kampf für Befreiung vergeblich. War der Widerstand gegen die Corona-Beherrschung vergeblich? Ich sage, mag sein. Nicht vergeblich, sage ich, waren die originellen Aktionen von Intellektuellen mit #allesdichtmachen. Und die Aktionen vom Plebs mit den flächendeckenden Montagsspaziergängen ab Neujahr 2022, gegen die kein Kraut gewachsen war. Ist der Kampf für Frieden, also der mit „Die Waffen nieder!“ vergeblich? Ist ein Ersehnen von Verfasstheit des Staates, die dem Lande zum Wohle gereicht, vergeblich? Ist sie Ausgangspunkt jedweder Befreiung?

Ich würde meinen, der Mensch, der sich der etwaigen Vergeblichkeit seines Tuns gewahr wird, ähnelt dem Menschen, der sich der Notwendigkeit eines Strebens nach Befreiung inne ist. Eigene „Vergeblichkeit“ nicht für möglich zu halten, ähnelt meines Erachtens dem, eigene „Unfreiheit“ nicht zu erkennen.

Streben nach Befreiung kann vergeblich sein. Ist historisch betrachtet, aus innewohnenden Gründen, oft vergeblich im Sinne von „der Niederlage geweiht“. Und deshalb ist Streben nach Freiheit so nennenswert und so kostbar. Tritt eine Akademie im Namen der Freiheit an, wie diese hier mit ihrer Plattform, dann darf ich nur das Allerbeste wünschen im Schauen von etwaiger Vergeblichkeit wie im Schauen von ursprünglichem Freiheitsstreben. Selig sind die, die da in Vergeblichkeit leben, denn sie werden erlöst werden.

[Wie bekomme ich hier noch die Kurve zu meinem Garten? Ich setze meinen Hut auf und gehe raus.]

Hans der Kleingärtner macht mit dieser zwölften Kleingärtnergeschichte einen Punkt.

Hans der Kleingärtner bei der Freien Medienakademie

Berlin im August

Umrundung mit Sputnik

Im Kleingarten

Auf Leben und Tod

Politik-Fasten

Wirklich wirklich

Heile-Bibliothek

Deutscher Garten schuldenfrei

"Gänsefüßchen"

Paul der Fotograf

Junges Gemüse

Bildquellen: Deich am AKW Brokdorf (Titelfoto, wie alle Bilder von Hans dem Kleingärtner)