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Welt-Tresen: Kleingarten | 17.02.2026
Heile-Bibliothek
Hans der Kleingärtner sagt: Medien auf ihre Heilwirkung hin befragen. Er kennt Alternativmedien.
Text: Hans der Kleingärtner
 
 

Nutzen von Medien und Heilen – was für ein Verhältnis tut sich da auf? Ich darf das kritisch sehen. Denn in meiner Familie war das ungesund. Die Bücher – trotz alledem – nahmen uns die Luft zum Atmen, und letztlich drohten sie über uns herzufallen. Holy shit. Wenn man gesund genug ist, kann man sich erwehren.

Damit klar ist, wovon ich rede, hier mal ein Bild von einer meiner Medien-Befreiungsaktionen.

Bildbeschreibung Sowas kann aber kein einmaliger Vorgang sein, sowas ist permanent.

Bibliotherapie, Netzkrankschreibungen, Handystrahlung und KI werden an Heilwirkung eher überschätzt.

In meinem Kleingarten und drum herum wachsen Heilpflanzen. Das ganze Jahr. Und die werden verarbeitet. Beeren und Liköransätze zähle ich dazu. So kommt also eine ganze Bibliothek frischer Heilansätze ins Haus. Die helfen nicht, wenn sie nicht griffbereit sind. Aber wohin damit? Ein freies Regalfach wäre schon mal ein Anfang.

Und so viele Bücher starren mir da entgegen, die vielleicht mal Nährwert hatten, mich aber heute nur noch runterziehen. Bücher mit dem Muff von Staatsraison könnten weichen. Woran Ihr die erkennt, findet es raus. Es schafft Platz für nützliche Sachen. Die nichtkommerziell herzustellen gehen.

Gesund ist ja das Gesundheitswesen nicht. Ich scheue mich sogar, zu meiner Hausärztin zu gehen. Sie hat neuerdings eine Impfquote zu erbringen und ich will zwecks Mitmachen von ihr nicht angesprochen werden.

Dem geduldigen Beitragszahler bleibt Abwarten und Tee trinken, wenn Leiden an Körper wie Seele nagen. Doch welches Kraut ist dafür/dagegen gewachsen?

Bildbeschreibung Huflattich, tussi lago.

Unverzichtbarer Leitfaden durch das Kleingärtner-Jahr und für meine Heile-Bibliothek ist Maria Treben mit Gesundheit aus der Apotheke Gottes. Gut beginnt das Jahr, wenn man Huflattich zu sammeln bekommt. Das Hustenmittel. Ich habe meine Stelle jeweils im März südlich von Leipzig. Die verrate ich hier nicht. Löwenzahn ist unübertrefflich, wenn ich Salat bei null Cent frisch auf den Tisch bringen kann. Bitterstoffe. Brennnessel geht auch. Ganzjährig. Nicht verpassen will ich die Lindenblüte. Um den Sommeranfang herum. An den Bienen kannst Du sie erkennen. Die Lindenblüte gibt dem Tee das, was man sonst gar nicht hat, aber gerne hätte. Schachtelhalm ist mir unverzichtbar, weil ich wegen fleisch- und alkohollastiger Grundnahrung gut vorbereitet sein will bei einem denkbaren Gichtanfall.

Bildbeschreibung Mein Schachtelhalm. Wird in Massen gerupft und unter dem Dach der Laube getrocknet.

Ringelblume. Ganz was Feines. Hat mir einen Facharzttermin erspart, den ich eh nicht bekommen hätte. Im goldenen Herbst ist mir dann ein Kraut gewachsen, das in Olivenöl entharzt wird und bei Schmerzzuständen Wunder wirkt. Den Namen sage ich nur Montagsspaziergängern. Die werden ja auch nicht jünger und gesünder.

Bei Schlehe gehe ich über die Straße, pflücke was das Zeug hält mit Handschuhen. Trachte, dass Frost zur Veredlung beitrug, und ziehe mit möglichst wenig Zucker in gutem Schnaps meinen Likör. Wer Sorgen hat, hat auch Likör. Und all das gibt es kommendes Jahr so oder anders neu. Alles eindeutig beschriften! Denn Heilen ist nicht Pillepalle, sondern Not wenden.

Voilà, wenn das kein gutes Jahr ist. Nichtmediale Heilkräfte sind Sonne, Mond und Sterne. Frühling, Sommer, Herbst und Winter.

Bildbeschreibung Meine Uhr in Heilfragen geht nach dem Mond.

Jegliches hat seine Zeit. Da wäre mein Heiler von vor Jahrzehnten zu nennen, Ekkart Tolle mit seinem Hörbuch The Power of Now. Was er da im Einzelnen am Tag nach der Demolierung des World Trade Center sagte, müsste man noch mal nachhören. Er empfiehlt, sich im Gegenwärtigen zu bewegen und gegenwärtig zu sein. Insofern erlebe ich Leute, die Vergangenheit oder Zukunft auffahren wie die Dicke Berta, als anachronistisch. Zeit. Zeit heilt alle Wunden. Den Finger auf den wunden Punkt legen. Kreisläufe geschlossen halten. Alles fließt. Nichts hoffen, was nicht ist.

Bildbeschreibung Lavendel nicht zu vergessen. Gut für Vieles.

Im Maßnahmenwiderstand war mir so, dass eigentlich alle ihr Wohlbefinden aufs Spiel setzten. Und manchen wird darüber hinaus jetzt noch übel mitgespielt. Da fand ich einen heilsam. Der unterließ es nämlich nicht, unabhängig vom delegitimierenden Thema, Heilkräfte anzuregen. Daniele Ganser. Was offenbarte er mir?

  • Täglich raus in die Natur.
  • Einem Menschen ohne Abwerten begegnen.
  • Was tun, wo man ganz bei sich selbst sein kann.

Schön, wa. Gesundheitsvollmacht sollte nur übernehmen, wer mit dem Betreffenden ohne Abwerten sich begegnet.

Eine kleine Heile-Geschichte erzähle ich zum Schluss noch:

Ich litt über Jahre an einer chronifizierten psychosomatischen Erkrankung. Sie raubte mir jede Energie und Aussicht. Ich hatte erkannt, dass sie im Zusammenhang mit Enttäuschungen auf Arbeit steht. Schulmedizin drang nicht mehr durch, hatte aber Schlimmeres verhindert. Als sich dann ein Schub an den anderen reihte, sagte meine Hausärztin R.K.: „Schluss jetzt. Ich hole Sie da raus.“ Sie schrieb mich krank. Und zog das durch. „Machen Sie was Schönes!“ Ich stand von meinem Arbeitsplatz auf und ging, ohne mich noch mal umzudrehen. Nach anderthalb Jahren war ich dann arm, aber frei. Und gesund. Jeder Tag war ein schöner Tag. Meine Krankheit hörte auf, mich zu ängstigen. Sie ebbte von Stund an ab. Meinem gehobenen Dienst und meiner neunmalklugen Arbeit hatte ich abgeschworen. Ich fand eine neue Existenz. Als Kleingärtner.

Vom bayrischen Sänger H.S. habe ich mir dazu diese Zeilen gemerkt:

Du brauchst di doch nur umdrah´n / Wos kann scho groaß passier´n, / außer dass dia besser geht, / hey, mogst es nit probier´n.

Der Not gehorchend redet sich Hans der Kleingärtner ein, wer zum Arzt geht, ist krank. Oder: Gesund, weil ungeimpft. Dabei belässt er es aber nicht. Er macht. Im Kleingarten.

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Bildquellen: Hans der Kleingärtner