Redeschlacht bei der Generaldebatte im Bundestag: Friedrich Merz nennt die AfD eine „destruktive Kraft“, die nirgendwo im Land „die Mehrheit bekommen“ werde, nachdem Alice Weidel seiner Regierung „Totalversagen“ vorgeworfen und von „Kriegspropaganda“ sowie von einer „energiepolitischen Geisterfahrt“ gesprochen hat.
Kanzlerdämmerung: Friedrich Merz bekommt gleich viermal Gegenwind aus den eigenen Reihen – von Hessens Ministerpräsident Rhein („Brücken in die Mitte bauen“, „die Menschen zurückgewinnen“), Angela Merkel (mag den Begriff Brandmauer nicht und will das Konzept auch nicht erfunden haben), aus dem Landesverband MV (Vize Schomann fordert seine Ablösung) sowie von Fraktionsvize Müller, der in Sachsen-Anhalt Parteichef werden will und eine Kooperation mit der Linkspartei ablehnt.
Zukunft Ost: Das US-Rüstungsunternehmen Covenant hat angekündigt, im Raum Leipzig eine Fabrik für Marschflugkörper zu bauen, schon 2027 tausend Stück zu produzieren und bereits einen europäischen Abnehmer zu haben.
Finanzminister Klingbeil hat dem Bundestag einen Haushalt der Rekorde vorgelegt: 555 Milliarden Euro, davon allein knapp 110 Milliarden für das Militär (2015: 33, 2020: 45,65) sowie 41 Milliarden für Zinsen („mehr als die Ministerien für Gesundheit, Bildung, Familie, Wirtschaft, Justiz, Digitales und Umwelt zusammen zur Verfügung haben“, Michael Espendiller, AfD).
Zuwanderung, Eltern, Social Media: Mit diesen drei Faktoren erklärt Bildungsministerin Prien, dass in Deutschland laut PISA-Studie jeder dritte 15-Jährige nicht ausreichend lesen und rechnen kann.
Die Polizei hat in der Nähe von Aachen einen Mann festgenommen, der sich zu Angriffen auf das Stromnetz in NRW und Brandenburg bekannt und dabei von einem „Kampf gegen fossile Brennstoffe“ gesprochen haben soll.
Bild: Lars Klingbeil im Februar 2026 bei einer KI-Messe in München (Foto: Michael Lucan, CC BY-SA 3.0)
Der Dax hat nur mit einem Wackler auf das Politbeben von Magdeburg reagiert und folgt damit Ulrich Siegmund, der von einem „Regierungsauftrag“ spricht und in den nächsten Tagen „eine stabile Mehrheit auf den Weg bringen“ möchte, und Friedrich Merz, der nicht aufgeben und die AfD offenbar „jetzt mal ihre Fehler machen lassen“ will (Bildzeitung).
Den AfD-Wählern in Sachsen-Anhalt bereiten vor allem die vielen Fremden im Land Sorgen (91 Prozent), das teure Leben (89) sowie der Verlust von Heimat und Tradition (85).
Während das Wall Street Journal das Wahlergebnis mit dem Frust über die „liberale Einwanderungspolitik“ seit 2015 erklärt, verweist die New York Times auf die Spaltung Europas – hier Menschen, die rechte Parteien als Gefahr für die Demokratie sehen, und dort Wähler, die ein Bollwerk suchen gegen eine „abgehobene Elite“, die nationale Identitäten und Lebensgrundlagen zerstört.
Bild: Ulrich Siegmund im Wahlkampf (Foto: Roy Zuo, CC BY-SA 4.0)
Die VW-Aktie ist bis zum Mittag um knapp zehn Prozent gestiegen, nachdem der Aufsichtsrat gestern mit den Stimmen aus Politik und Gewerkschaften beschlossen hat, in Zwickau, Hannover, Emden und Neckarsulm (Audi) keine Autos mehr zu bauen und weltweit jeden sechsten Mitarbeiter zu entlassen.
Das BSW in Thüringen ist Geschichte: Nach den Landtagsabgeordneten Wogawa, Hoffmeister und Kobelt haben nun auch Landeschef Süßmuth und zehn weitere Abgeordnete die Partei verlassen, darunter die Minister Kummer und Schütz sowie Voigt-Stellvertreterin Katja Wolf, die sagte, sie sei nicht für „Flirts mit Rechtsradikalen“ gewählt worden.
Tichys Einblick nutzt den Abbruch einer BionTech-Studie zum mRNA-Krebsmittel BNT 122 („in der Behandlungsgruppe starben mehr Patienten als in der Kontrollgruppe“) zu einer Abrechnung mit der Corona-Erzählung (Stichworte: das System Fauci, „Impf“-Studien, Konzernspritzen aus Berlin und Brüssel) sowie für einen Blick auf die Krebsraten bei jungen Menschen.
Bild: 29. November 1990: Sachsenring-Beschäftigte bangen um ihre Arbeitsplätze (Foto: Jan Peter Kasper, Bundesarchiv, Bild 183-1990-1129-303, CC-BY-SA 3.0)
Demos gegen die spanische Migrationspolitik: Während die Tagesschau die offiziellen Angaben übernimmt (50.000 in Madrid, „auch in anderen Städten gab es Proteste“), spricht David Lütke auf X von 150.000 in der Hauptstadt und „Hunderttausenden“ im ganzen Land – unter anderem in Toledo, Sevilla, A Coruña und Bilbao.
Schluss-Spurt im Sachsen-Anhalt-Wahlkampf: In Dessau hat jemand für eine 95-jährige Demente gewählt, Sahra Wagenknecht schlägt Gabriele Krone-Schmalz als Bundespräsidentin vor und Stefan Homburg für eine Expertenregierung, und ein Spiegel-Leitartikel rät der CDU, auf die Linkspartei zuzugehen.
Die Tagesschau rechnet den Spritpreisrekord von gestern (2,22 Euro für Super E10) über die Inflation schön (2012 sei Benzin schon teurer gewesen), verweist auf den Iran-Krieg sowie das „Niedrigwasser im Rhein“ und meldet außerdem, dass die Bundesregierung einen neuen Tankrabatt ablehne.
Bild: Gabriele Krone-Schmalz am 25. November 2023 bei einer Friedensdemo in Berlin (Foto: Ferran Cornellà, CC BY-SA 4.0)
Die Geschichte mit der Stromangst geht weiter: Nach dem Anschlag in Südbrandenburg, der nach Angaben der Landesregierung einen Blackout auslösen sollte, wird jetzt in NRW nach einem Kurzschluss in einem Umspannwerk wegen „verfassungsfeindlicher Sabotage“ in zwei Richtungen ermittelt – „fremdstaatlich gelenkte Sabotage und Linksextremismus“.
Das führt direkt zur Leipziger Flughafendrohne: Die russische Botschaft spricht auf Twitter von einer „hastig zusammengezimmerten Provokation“, ordnet die deutschen Maßnahmen als „beispiellose Eskalation“ in den beiderseitigen Beziehungen ein und droht „Folgen“ an, für die die Bundesregierung die „volle Verantwortung“ trage.
Die BSW-Geschichte scheint dagegen am Ende: In Thüringen haben die drei Landtagsabgeordneten Stefan Wogawa, Dirk Hoffmeister und Roberto Kobelt Partei und Fraktion verlassen, eine neue Partei gegründet („Deine Stimme zählt“) und so aus dem Patt in Erfurt (CDU, BSW, SPD) eine Minderheitsregierung gemacht.
Bild: Kraftwerk Jänschwalde 2011 (Foto: René Mettke, CC BY-SA 3.0)
Nach einem Anschlag auf ein Umspannwerk in Südbrandenburg ist in den Leitmedien von Sprengstoff die Rede, von selbstgebauten Raketen und von der Entschlossenheit, sich „weder erpressen noch verunsichern“ zu lassen (Ministerpräsident Woidke).
Außenminister Wadephul und Innenminister Dobrindt haben sich gemeinsam vor die Presse gestellt, um den Vorwurf zu untermauern, dass die Leipziger Flughafendrohne im Auftrag Russlands platziert worden sei, einen Link zu „weiteren hybriden Aktionen“ habe und so die Schließung des russischen Generalkonsulats in Bonn und des russischen Hauses in Berlin sowie die Einbestellung des Botschafters rechtfertige.
Bei einer Umfrage des Deutschen Mieterbundes sagten 29 Prozent der Teilnehmer, dass sie Sorgen haben, ihre Wohnung bald nicht mehr bezahlen zu können.
Bild: Johann Wadephul bei der re:publica 2025 (Foto: Steffen Prößdorf, CC BY-SA 4.0)
Teures Leben: Energie hat im August 10,5 Prozent mehr gekostet als vor einem Jahr – dem Statistischen Bundesamt zufolge ein Grund für den Anstieg der Inflationsrate auf 2,9 Prozent.
Stolzer Norden: Bei einer Volksbefragung in Island haben sich knapp 53 Prozent der Teilnehmer gegen Beitrittsverhandlungen mit der Europäischen Union ausgesprochen.
Blinder Westen: „Heute ist es offensichtlich, dass die Ukraine verliert“, sagt der Schweizer Militäranalyst Jacques Baud und spricht dabei auch über den Personalbedarf der Armee, das Scheitern der Strategie, die Zerstörung nach Russland zu tragen, und die Gründe für die EU-Sanktionen gegen ihn.
Bild: Ursula von der Leyen und Ministerpräsidentin Kristrún Frostadóttir 2025 (Foto: EU, CC BY 4.0)
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