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Bericht | 29.05.2026
Corona heißt jetzt Krieg
Thomas Moser stellt in Berlin sein Buch vor und bietet dabei ein Ventil für alle, die noch nicht mit Corona abgeschlossen haben.
Text: Björn Kosjak
 
 

Dass das Wetter Einfluss auf die Zahl der Gäste hat, ist der Sprechsaal schon gewohnt: Nach einigen eher regnerischen Wochen zeigte sich der Mittwoch erstaunlich sonnendurchdrungen – und dürfte manche Interessenten von der Veranstaltung abgehalten haben. Das tut der Stimmung vor Ort jedoch keinen Abbruch: Rund zehn Personen finden sich zu Thomas Mosers Buchvorstellung ein. Titel des Werks: „Der missbrauchte Rechtsstaat“, erschienen vor gut vier Monaten, auf diesem Portal besprochen und deshalb hier nicht noch einmal zusammengefasst.

Den Gästen brennen so einige Fragen auf den Nägeln, und diese betreffen keineswegs ausschließlich die Angriffe auf den Rechtsstaat während der Corona-Jahre. Zwei pensionierte Polizistinnen kommen auf die Corona-Impfstoffe und etwaige Meinungsverschiedenheiten über diese Angelegenheit zu sprechen. Man müsse auch andere Ansichten zulassen und dürfe sich nicht über alles streiten. Überhaupt: Einen direkten Zwang zur Impfung habe es nicht gegeben, so eine der Frauen. Eine andere mischt sich mahnend ein: Einige seien durchaus von einem Zwang betroffen gewesen, da ihnen bei Verweigerung ein Berufsverbot geblüht hätte, in den Bereichen Pflege und Gesundheit zum Beispiel. Soldaten sind zu Bußgeldern verurteilt worden und wie Alexander Bittner sogar ins Gefängnis gekommen, wenn sie nicht bezahlen wollten.

Nachdem Moser ein paar Worte über das Buch verloren hat, liest er einige Stellen vor. Dabei geht es vor allem um die Causa Ballweg und die Vorverurteilung in den Medien, die dem Querdenken-Gründer bereits früh kriminelle Handlungen zumindest implizit unterstellt hätten. Das Land sei nach wie vor gespalten, habe in jedem der Lager eigene Wirklichkeiten entwickelt und halte an der jeweiligen Geschichtsschreibung fest. Der Journalist zieht ein vernichtendes Fazit: Bei Ballweg hätten die Behörden nicht ermittelt, und die Medien wiederum seien ihrer Aufgabe nicht nachgekommen und hätten nicht recherchiert. Moser ist sich zudem sicher, dass die Corona-Apologeten von einst nun Befürworter von Kriegen geworden sind. Nach der Lesung erntet er tosenden Applaus.

Die Fragerunde nutzen die Gäste, um ihrem Unbehagen über die Corona-Zeit Ausdruck zu verleihen. Die Auseinandersetzungen seien noch nicht zu Ende, sagt Moser: Das Corona-Regime habe als Blaupause für die Stimmungsmache in Sachen Krieg gedient. Er weist außerdem auf „Tendenzen der Faschisierung“ hin, wiewohl er den Vergleich mit dem Jahr 1933 scheut: So sei es beispielsweise Alternativmedien noch möglich zu publizieren. Und er selbst? Ein freier Journalist, der 30 Jahre unter anderem für den WDR gearbeitet habe? Dort könne er seit der Corona-Zeit keine Beiträge mehr veröffentlichen. Der „Rotfunk“ sei „auf Sand gebaut“ gewesen. Aber auch beim SWR sei die Situation keinesfalls besser: Diese Rundfunkanstalt stellte die Zusammenarbeit mit Moser vor zwei Jahren ein.

Die Gäste bestätigen seine Einschätzung: Die von vielen als Zumutung empfundenen Maßnahmen sind nach wie vor präsent. „Corona“ heißt jetzt zwar „Krieg“, das Muster scheint aber das gleiche zu sein – etwa, was die mediale Berichterstattung anbelangt.

Bildbeschreibung

Björn Kosjak hat am Kompaktkurs Journalismus an der Freien Medienakademie teilgenommen.

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