Ad4498c0c6bf15602393e4477c9b4f26
Essay | 15.01.2026
Was wäre, wenn?
Der Dokfilm „The Age of Disclosure“ berichtet über die Offenlegung von Nachweisen nichtmenschlichen intelligenten Lebens. Ein Thema zum Abwinken?
Text: Beate Strehlitz
 
 

In meiner Jugend in den Achtzigern habe ich die in der DDR verfügbare Science-Fiction-Literatur verschlungen. Ich bereiste in meiner Phantasie Planeten und fremde Galaxien. Dann nahm das Leben mit Studium, Familie und anspruchsvollem Job seinen Lauf und mir die Zeit, das Thema weiter zu verfolgen. Allerdings rumorte in meinem Hinterkopf weiterhin die Frage, ob es um uns herum mehr gibt als alles, was wir wahrnehmen und messen können. Mit unseren Augen und Ohren können wir nur ein sehr begrenztes Spektrum von Frequenzen als Farben und Töne erfassen. Darüber hinaus können wir mit der Hilfe von Messgeräten Frequenzen und Felder wie beispielsweise Ultraschall, Röntgen- oder Mikrowellenstrahlen und elektro-magnetische Felder registrieren, die wir nicht mit unseren Sinnen wahrnehmen können. Trotzdem haben sie eine Wirkung auf uns.

Es wäre doch nur logisch, dass es noch weitere – über alles Bekannte hinausgehende – Effekte und Erscheinungen in unserer Umgebung gibt, die uns beeinflussen, aber für die uns noch gänzlich die Fähigkeiten fehlen, sie zu erkennen. Neue physikalische Erkenntnisse setzen sich nur langsam durch, wie das Beispiel der Quantenphysik zeigt. So wurden erst in diesem Jahr drei Forscher für ihre Arbeiten in der Quantenmechanik aus den 1980er Jahren mit dem Nobelpreis für Physik ausgezeichnet. Aus meinem Blickwinkel der Ingenieurwissenschaftlerin stellen sich viele Fragen nach noch kaum erforschten Phänomenen, die auf nichtmenschliche Intelligenz in unserer Umgebung hinweisen könnten.

Sie sind hier! Was jetzt?

Mein Arbeitsleben ging zu Ende und ich hatte mehr Zeit, mich wieder den alten Fragen zu widmen. Robert Fleischer lief mir über den Weg – sogar ganz persönlich. Er ist Journalist, Filmemacher und Diplom-Dolmetscher. Schon seit fast 20 Jahren arbeitet er hauptberuflich als Journalist zum Thema UFOs, damit verbundene Phänomene und ihre Auswirkung auf das menschliche Bewusstsein. Er beherrscht eine ganze Reihe an Fremdsprachen, sodass er sich mit Experten, Whistleblowern und Betroffenen aus der ganzen Welt austauschen kann. Auf seiner Webseite exomagazin.tv gibt es einen riesigen Schatz an Interviews und anderen Videos. Ich kaufte mir ein Abo (für Rentner vergünstigt), um sämtliche Inhalte sehen zu können. Robert Fleischer hat sich eine weltweit anerkannte Expertise auf seinem Gebiet erarbeitet und wird zu den großen internationalen Konferenzen eingeladen. Dort hält er Vorträge, leitet Panels, arbeitet als Übersetzer oder koordiniert die Journalisten.

In seinem Buch „Sie sind hier! Was jetzt?“ findet der Leser eine Zusammenfassung von vielen weltweiten UFO-Sichtungen. Es scheint sie also wirklich zu geben. Aber was steckt dahinter? Bei manchen Sichtungen sollen auch fremde Wesen erkennbar gewesen sein. Wo kommen sie her? Was wollen sie hier? Warum kommen sie bevorzugt an bestimmte Orte, wie zum Beispiel in die Nähe von Atomkraftwerken oder Atomwaffenbasen? Es wird auch von Objekten berichtet, die mühelos vom Luftraum in das Meer eintauchen und umgekehrt. Dabei bewegen sie sich mit Flugmanövern und in Geschwindigkeiten, die menschliche Besatzungsmitglieder nicht überleben würden und für die unvorstellbar viel Energie benötigt wird. Menschen, die Begegnungen mit UFOs oder gar mit fremden Wesen hatten, haben hinterher manchmal gesundheitliche Schäden und erleben fast immer eine tiefgreifende Änderung ihrer Persönlichkeit. Man spricht von einer Bewusstseinsdimension des Phänomens.

Bildbeschreibung Foto: Robert Fleischer 2025 (UFO TV, CC BY 4.0)

Kosmische Orchestrierung

Dieter Broers ist ein Wissenschaftler, der schon seit den 1980er Jahren die Wechselwirkungen zwischen elektromagnetischen Feldern und biologischen Systemen erforscht. Er verbindet Bio- und Quantenphysik. Damit versucht er, das Leben als Zusammenspiel aus Körper, Geist und Seele zu beschreiben. Er geht davon aus, dass mithilfe einer kosmischen Orchestrierung von Einflüssen der Sonne und der Erde auf den Menschen eine kollektive Bewusstseinserweiterung stattfindet. Dabei wird sich die derzeit eingeschränkte Wahrnehmungsfähigkeit der Menschen im Prozess des Erwachens völlig verändern. Die Abnahme des elektromagnetischen Feldes der Erde, die derzeit zu verzeichnen ist, öffne das kosmische menschliche Bewusstsein. Jeder Mensch müsse aber die Informationen aus den kosmischen Einflüssen selbst aufnehmen und verarbeiten, um in einen neuen Seins-Zustand zu gelangen, in dem eine breitere Wahrnehmung möglich sein wird. Man solle sich dafür in einen Zustand der Ruhe und Freude versetzen. Die kosmischen Einflüsse mit veränderten Strahlungsmustern, die auf die Erde treffen, seien Katalysatoren für den Prozess des Erwachens.

Frequenzen sind Träger von Informationen, das habe ich schon im Studium gelernt. Insofern kann ich Dieter Broers folgen. Wie mein Erwachen ablaufen wird, kann ich mir noch nicht richtig vorstellen, aber ich sehe ihm erwartungsvoll entgegen. Von alten Naturvölkern wie den in Kolumbien abgeschieden lebenden Kogi ist bekannt, dass ihre Stammesältesten noch heute über die Fähigkeit verfügen, mit anderen Wesenheiten, die sie meist ihre Götter nennen, zu kommunizieren. Die Techniken dafür werden seit Jahrtausenden über die Generationen weitergegeben. Sie bitten dabei meist um Schutz oder Unterstützung. Oder sie fragen um Rat, wenn es um die Lösung von Problemen geht. Man hat festgestellt, dass bei diesen Naturvölkern eine bestimmte Region im Gehirn größer ausgebildet ist als bei anderen Menschen, nämlich Putamen und Nucleus caudatus, die sich im Zentrum des Gehirns befinden.

Bildbeschreibung Foto: Dieter Broers 2012 (UFO TV, CC BY 3.0)

Remote Viewing

Auch bei Menschen, die über die Fähigkeit des Remote Viewing verfügen, wurde diese Besonderheit im Gehirn gefunden. Remote Viewing beschreibt Techniken und die Fähigkeit der Fernwahrnehmung. Remote Viewer können sich allein mit ihrer Geisteskraft an fremde Orte und in andere Zeiten versetzen und dort Wahrnehmungen über Dinge oder Ereignisse haben, die sie aufzeichnen oder berichten können. Die Technik wurde in den 1980er Jahren in den USA entwickelt und für die PSI-Spionage eingesetzt, auch in anderen Ländern. Später wurde die Methode auf weitere Bereiche übertragen wie Technologieentwicklung, Investitionen und Archäologie. Auch in der Kriminalistik, für die Persönlichkeits- und Potentialanalyse sowie im Bereich der Heilarbeit kann sie angewendet werden.

Jana Rogge ist eine deutsche Remote Viewerin. Sie leitet Institutionen und Projekte, ist Ausbilderin und international bestens vernetzt. Auf der Webseite der PSI Unit, deren Direktor sie ist, können Interessierte zahlreiche Informationen über den Komplex Remote Viewing finden. Der frühere Star Gate Remote Viewer Thomas McNear ist sogar der Meinung, dass alle Menschen über die Fähigkeit verfügen und die Technik erlernen können. Aber was wäre, wenn wir plötzlich alle gedanklich in Vergangenheit und Zukunft sowie zu fremden Orten reisen könnten und Schlussfolgerungen für unser Leben ziehen? Vielleicht würden wir uns dann wesentlich weniger mit Ängsten steuern lassen? Vielleicht wären wir sicherer in unseren Entscheidungen und weniger beeinflussbar?

Entdeckungen auf alten Fotoplatten

Und dann sind da noch die Forschungsergebnisse der Astronomin Beatriz Villarroel. Sie ist Assistant Professor am Nordic Institute of Theoretical Physics der Stockholm University und leitet das Forschungsprojekt VASCO (Vanishing & Appearing Sources during a Century of Observations). Darin untersucht sie mit ihrem Team alte astronomische Fotoplatten aus der Zeit vor dem Flug des ersten menschlichen Satelliten Sputnik. Die Forscher fanden eine Vielzahl von kurzen Lichtblitzen – Transienten –, die man heutzutage als Weltraumschrott identifizieren würde. Diese Erscheinungen reflektierten auf den historischen Aufnahmen kurz das Sonnenlicht und verschwanden wieder, sobald sie in den Erdschatten traten. Die Forscher haben alle möglichen optischen und anderen Fehler ausgeschlossen und kamen am Ende zu der Schlussfolgerung, dass es sich um künstliche Objekte handeln könnte, die historisch gesehen allerdings nicht von den Menschen stammen können. Inzwischen haben sie sehr viele Fotoplatten ausgewertet und konstatieren, dass die nördliche Hemisphäre, die von den Fotoplatten erfasst wurde, von einem ganzen Netz an solchen Objekten umspannt sein könnte. Ihre Ergebnisse haben die Forscher inzwischen in renommierten wissenschaftlichen Fachzeitschriften veröffentlicht. Sie finden damit Beachtung unter wissenschaftlichen Kollegen. Wird die Erde möglicherweise seit langer Zeit durch nichtmenschliche Sonden im Orbit überwacht?

The Age of Disclosure

Der am 21. November 2025 veröffentlichte Dokumentarfilm The Age of Disclosure (Das Zeitalter der Enthüllungen) greift Vorgänge in den USA auf, wo die Offenlegung von möglichen Beweisen nichtmenschlichen intelligenten Lebens in verschiedenen Ausschüssen vorangetrieben wird. Der Film gewährt einen kleinen Blick hinter die Kulissen. 34 hochrangige Mitglieder der US-Regierung, des Militärs und der Geheimdienste kommen kurz zu Wort und zeichnen das Bild einer 80-jährigen Vertuschung. Denn es geht auch um einen geheimen Krieg zwischen Großmächten um das Reverse Engineering (Rückentwicklung) von Technologien nichtmenschlichen Ursprungs und deren Nutzung. Viele der Protagonisten hat Robert Fleischer schon interviewt, und man findet ihre ausführlichen Aussagen auf seinem Kanal.

Es gibt Anzeichen dafür, dass die Herrscher dieser Welt längst wissen, dass es um uns herum etwas gibt, das mächtiger ist als sie und worauf sie keinen Einfluss haben. Was wäre, wenn diese uns noch unbekannten Kräfte und Wesen schon immer da sind, aber dem größten Teil der Menschheit über die Jahrhunderte die Fähigkeit, mit ihnen zu kommunizieren, verlorengegangen ist, absichtlich oder unabsichtlich? Was wäre, wenn wir alle – aufgrund unserer zunehmenden Fähigkeiten der Wahrnehmung – mit ihnen in Kontakt kommen würden? Wie würde so eine Erstbegegnung sein? Wie würden wir reagieren? Darüber nachzudenken, regt nicht nur die Phantasie an.

Beate Strehlitz ist promovierte Diplomingenieurin in Rente und hat 33 Jahre als Wissenschaftlerin in einem Forschungszentrum gearbeitet. Sie hat mehrere Kurse an der Freien Akademie für Medien & Journalismus besucht.

Bildquellen: Anger, Erfurt (Uwe Driesel, @Pixabay)